Ethic


Expeditionsreisen

und

Stellung im Tourismus


Ein Denkansatz für Expeditionsreisen mit Allradfahrzeugen


In allradgetriebenen Expeditionsfahrzeugen wird die Welt abseits der Touristenströme, häufig in schwer zugänglichen Gebieten oder politisch instabilen Ländern dieser Erde bereist. Auf üblen Pisten, löchrigem Asphalt oder quer durch riesige Dünengebiete.

Expeditionsreisende suchen das Andere im touristischen Reisen. Verstehen sich als Entdecker, Abenteurer, Individualtouristen.

Sind gerne am Limit, an der Grenze, in Extrembereichen. Geniessen die Freiheit, den unendlich erscheinenden Horizont, sind gespannt auf das was hinter dem nächsten Hügel, der nächsten Landesgrenze auf sie wartet. Sind neugierig, im Sinne des Wortes gierig auf Neues.


Kulturen die nicht nach unseren heimischen, gewohnten Regeln funktionieren. Fremde religiöse Sitten, andere Bürokratien, ungewohnte Küche, Märkte mit exotischen Früchten, fremde Architektur, Hinterlassenschaften längst vergangener Zivilisationen, andere Flora und Fauna, Wildlife ... die Liste liese sich um vieles was jemand persönlich gerne entdecken wollen würde erweitern.


Um das auch zukünftig vorzufinden, diese Bedürfnisse erfüllen zu können, betrachte ich 2 aktuelle Definitionen des modernen Tourismus genauer.


Was ist Naturtourismus und was Ecotourismus seiner Definition nach und inwieweit würden Expeditionsreisen in Allradfahrzeugen zu diesen Formen des Tourismus passen. Auf der Suche nach Begriffsdefinitionen, findet man in diesem Zusammenhang die folgende, bewusste Abgrenzung zum Ecotourismus:


Definition Naturtourismus:

"Um Missverständnissen sowie Missbrauch entgegenzuwirken wurde in der Tourismustheorie der Begriff "Naturtourismus" eingeführt. "Naturtourismus" bietet Natur -zumindest als Kulisse- für eine Vielzahl touristischer, insbesondere auch sportlicher Aktivitäten, z. B. Tauchen, Klettern, Luftsport, Survival, Expeditions- und Abenteuertourismus. Ein Schutz- oder Erhaltungsziel ist nicht zwangsläufig impliziert, weshalb die Kritik an dieser Tourismusform als einer bloßen Vermarktung von Natur sicherlich nicht unbegründet ist."

(Quelle: Bundesamt für Naturschutz www.bfn.de)


Die Kritik am Naturtourismus kann man als berechtigt ansehen. Nutzt sie doch die Natur lediglich als wirtschaftliche Resource und macht diese in der Regel austauschbar. Dem Trend folgend. Heute die Berge, morgen die Sahara, das Meer usw.


Definition Ecotourismus:

"Als Idealform, sofern man diesen Begriff überhaupt verwenden will, sollte es sich bei "Ökotourismus" (Ecotourismus) um eine auf naturnahe Gebiete ausgerichtete, ökologisch verträgliche, Naturerlebnis bietende und Naturverständnis fördernde Reiseform handeln, die zudem zur Erhaltung von Natur und Kultur beiträgt und dabei noch wirtschaftlich sinnvoll und vorteilhaft für die lokale Bevölkerung ist."

(Quelle: Bundesamt für Naturschutz www.bfn.de)



Bereist man ein Land im Sinne des Ecotourismus, dann gehören dazu nicht nur die Berge, die Skipisten, die Wüste, das Offroad Erlebnis in der Natur.


Es gehören zum Ecotourismus die Kultur und deren Erhaltung, die Natur und deren Erhaltung, die wirtschaftliche Partizipation der lokalen Bevölkerung und kleinen Unternehmen, die Förderung der Erhaltung von Schutzgebieten und Naturparks. Des weiteren sollte es auch um einen möglichst klimaneutralen Fussabdruck gehen. Mit letzterem tun wir uns mit unseren Expeditionsfahrzeugen schwer. Hier läge Potenzial bei der Produktion, dem Antrieb, der Auf- und Ausrüstung und der qualitativen Langlebigkeit der genutzten Produkte.


Der Ecotourismus ist ein hoch gestecktes Ziel an sich. Der Transport des Touristen in das Reisegebiet, wird hierbei immer einer der Herausforderungen sein. Ob mittels Flugzeug, Zug, Taxi, Bus, Pkw, Buschtaxi oder 4x4.


Es kommt darauf an, wie man während der kompletten Reise agiert. Wie man reist und was man hinterlässt. Ob das eigene Reisen den Menschen vor Ort und der Natur hilft.

Hotelaufenthalte, Restaurantbesuche, örtliche Guides, Besuche von Nationalparks, Geschäftskontakte zu kleinen und familien geführten Betrieben, keine Hinterlassenschaften in der Natur ...


Auf meinen Reisen versuche ich dies, soweit dies mit Expeditionsreisen möglich ist, zu implementieren und zukünftig mithilfe z.B. neuer Technologien und Denkansätzen weiter auszubauen.


Nur wenn wir alle in unseren Bereichen zusammen arbeiten kann es möglich sein, sinnvollen Naturschutz zu betreiben und die Natur mit möglichst wenig Barrieren oder Verboten zu geniessen. Und, last but not least, in den besuchten Ländern die Bewahrer der vorhandenen Kultur zu unterstützen.

Was sind Reisen ohne andere Kulturen zu besuchen? Essen ohne Salz.


"Um zu begreifen daß der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen"

Johann Wolfgang von Goethe (*1749 - +1832)



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